Mindestinhalte einer modernen Geschäftsordnung

Die Geschäftsordnung der Internen Revision, auch Charter, Revisions-Richtlinie usw. genannt, ist das zentrale Papier für die Etablierung einer Internen Revision in jeder Organisation.

Die Geschäftsordnung der Internen Revision ist ein internes Dokument, in der Regel erstellt vom Chief Audit Executive, dem obersten Revisionsverantwortlichen, und genehmigt von der obersten Managementebene, z.B. Vorstand oder Geschäftsführung.

Manchmal wird das Papier auch anders genannt, z.B. offizielle schriftliche Regelung, Revisions-Richtlinie oder Revisionsordnung. Wir zitieren hierzu das Glossar zum Quality Assessment:

Die Regelung („Geschäftsordnung“, „Revisions-Richtlinie“ oder ähnliches) der Internen Revision ist ein offizielles schriftliches Dokument, das Aufgabenstellung, Befugnisse und Verantwortung der Internen Revision festlegt. Die Regelung muss (a) die Stellung der Internen Revision innerhalb des Unternehmens festlegen, (b) den Zugang zu den Aufzeichnungen, zur Belegschaft und zu den Vermögensgegenständen sichern, die für die Erfüllung von Prüfungs- und Beratungsaufträgen relevant sind und (c) den Umfang der Tätigkeiten der Internen Revision festlegen.

Im Vergleich zum Revisionshandbuch ist die Regelung zur Charakterisierung der Internen Revision im Unternehmen bestimmt (Außendarstellung).

In dieser Erläuterung fehlen allerdings operationalisierbare Grundlagen, wie eine bestehende Geschäftsordnung inhaltlich zu beurteilen ist. Damit ergibt sich ein zu weiter Auslegungsspielraum hinsichtlich dieses Mindeststandards für die Interne Revision. Darum geben wir im Folgenden einige Hinweise, welche Grundbestandteile eine moderne Geschäftsordnung aufweisen muss. (...)

Die Erbringung von Prüfungs- und Beratungsaufträgen spielt bei vielen Revisionsabteilungen eine große Rolle, wobei es sicherlich bei allen ein Primat der Prüfung vor der Beratung gibt. Bei kleineren, insbesondere mittelständischen Revisionen werden manchmal explizit Beratungsaufträge nicht in der Geschäftsordnung erwähnt, weil die hierfür notwendigen Kompetenzen und Ressourcen fehlen. Ist dem so, ist dies kein wesentlicher Mangel der Geschäftsordnung, sondern eine Darstellung der Realität dieser Internen Revision. (...)

Ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsordnung sind die Einräumung von passiven und aktiven Informations- und Auskunftsrechten für die Interne Revision. Dies gilt zumindest in zwei Dimensionen; einmal im Hinblick auf Auskünfte, die prüfungsbezogen sind, zum anderen im Hinblick auf den Einbezug der Internen Revision in das unternehmensinterne Management-Informationssystem (MIS). Die Interne Revision sollte in beide Informationsquellen eingebunden sein. (...)

Outsourcing und Partnering: Es gelten im Grundsatz die gleichen Anforderungen; im Falle eines teilweisen Outsourcings (Partnerings) ist der Dienstleister auf die Geschäftsordnung als Grundlage seiner Arbeit zu verpflichten – schriftlich, und am einfachsten über den Vertrag. Im Falle eines Outsourcings muss der Dienstleister eine adäquate Geschäftsordnung erstellen, die die oben genannten Punkte alle abdeckt.

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